Themen und Gäste der „Türkischen Community-Sendung“

(The new Face of Anti-Racism. Die FSK-Sendung ANILAR FM, Teil 5)

 

(5)

THEMEN und GÄSTE der FSK-SENDUNG 

Das Themenspektrum der FSK-Sendung Radyo Anilar FM  ist außerhalb der „Zielgruppe“ dieses Formats kaum bekannt. Die Sendungsinhalte werden in der Regel auch nicht in der Programmzeitschrift „Transmitter“ angekündigt. Die identitären Antirassisten, die das Format „türkisches Community Radio“ bewusst in den Sender holten, wissen hingegen genau, was Anilar FM sendet. Sie sind seit Jahren auch mit dem Protest türkischsprachiger Linker gegen das rechte Format konfrontiert. Diese Einwände werden von den deutschen Antirassisten als „kurdische“ Stimmungsmache denunziert.  

 

(5.1.)

Türkische Newsfeed-Algorithmen

ANILARFM.DE, die Website zur FSK-Sendung, wird komplett über Newsfeed-Algorithmen  generiert. Quellen dieses „Anilar-Newsrooms“ sind „regierungsnahe“ türkische Newsfeed-Anbieter. Dieser automatisierte Journalismus wird fortlaufend politisch angepasst. Auf dem Blog zur „FSK-Sendung“ sind daher neben der Rubrik „Gebetszeiten“,  Nachrichten mit Headlines wie „Die PKK ist eine Terrororganisation“ zu lesen, außerdem Erdogan-konforme Meldungen über die AKP, Stellungnahmen gegen  Armenien-Resolutionen (Schweden, BRD) etc.  Zwischen den Rubriken ist Werbung für türkische Fluggesellschaften geschaltet.

Auf diese Weise ist das Blog zur FSK-Sendung voller Hetze gegen „Verschwörer“  und „Verräter“, die es auf die großtürkische Nation abgesehen haben.

ANILAR FM agiert mit dem Rückenwind der fast gleichgeschalteten türkischen Medien. Es gibt keine einzige kritische Information über den Terror der radikalislamischen AKP-Regierung gegen Journalisten und Medien.

In einer Situation, in der  in der Türkei Zeitungen unter staatliche Zwangsaufsicht gestellt oder gleich geschlossen werden,  Radios und TV-Sender (u.a. über den Satellitenanbieter Türksat) abgeschaltet werden, Soziale Medien blockiert werden (Sperrung von Webseiten zum „Schutz der öffentlichen Ordnung“) und Journalisten massenhaft inhaftiert werden, strahlt eine FSK-Sendung auch über diverse Websites Erdogan-Propaganda aus.

Während verfolgte türkische Journalisten verzweifelt versuchen durch die Gründung neuer Publikationen oder durch den Wechsel zu anderen Satellitenbetreibern noch einige unabhängige Berichte abzusetzen, überträgt der Gründer des BUNDES TÜRKISCHER JOURNALISTEN IN HAMBURG via FSK die türkischen Zustände direkt auf Hamburg.

Sucht man auf der Website von RADYO ANILAR FM nach der MHP, so tauchen dort die von Newsfeed-Algorithmen generierten (positiven) türkischen Meldungen zur MHP auf.
http://www.anilarfm.de/?s=MHP

Ebenso wenn man AKP eingibt oder auch zum Beispiel „Israil“ (also Israel):
http://www.anilarfm.de/?s=İsrail – immer werden Erdogan-Agit-Prop und antisemitische Verschwörungstheorien angezeigt.

(5.2.)

Ein FSK-Moderator als ADÜTDF-Journalist

Auf der Website des mit der FSK-Sendung verbundenen rechten Anzeigenblattes „ELBE EXPRESS“ erschien im September 2015 eine ganze Seite zur Verteidigung der MHP. FSK-Moderator Atamtürk tritt hier in der Rolle des „Fotografen“ auf:
http://elbe-express.info/hamburg/hamburg-turk-kultur-merkezi-fincanci-katirlarini-urkuttuk/– (Zu anderen Rollen Atamtürks siehe: http://elbe-express.info/?s=Atamtürk).

Zu Wort kommt  Şentürk Doğruyol, Vorstandsvorsitzender von ADÜTDF-Deutschland. Mutterorganisation dieser  „Föderation“ der  „Idealistenvereine“ (Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu)  ist die MHP. Doğruyol beherrscht bestens die in diesen Kreisen übliche demagogische „antirassistische“ und „anti-islamophobe“ Heuchelei:

„Türken mit türkischem Bewusstsein, die für die Einheit der türkischen Nation sind, werden als Rassisten, Faschisten und Rechtsextremisten beschimpft. Doch die Überlegenheit vor unserem Schöpfer wird nicht durch die Hautfarbe, nicht durch die Rasse, auch nicht durch die Abstammung bestimmt. Der Islam verbietet jegliche Form von Rassismus und Chauvinismus.  Menschenrechtsverachtende-,  rassistische-, fundamentalistische politische Einstellungen lehnen wir entschieden ab.“

Hintergrund dieser Sätze ist eine Auseinandersetzung um das Hamburg Türk Kültür Merkezi Ülkü Ocagi (Hamburger Türkisches KulturzentumÜlkü Ocagi) im Wikinger Weg 2 (20537 Hamburg) des Hamburger Zweigs der ADÜTDF,  auch abgekürzt mit „Almanya Türk Federasyon (ATF, Deutsch-Türkische Föderation). In diesem „Kulturzentrum“ verkehren alle Fraktionen des islam-faschistischen Milieus, also auch ATF, ATIB und BBP/ATB:

Die „Büyük Birlik Partisi/BBP (Partei der großen Einheit) ist eine radikalislamische Abspaltung von der ADÜTDF. Ihre Jugendorganisation ist in der Türkei und auch hier eine gefürchtete Schlägerbande. Der BBP wird nachgesagt, am Mordkomplott gegen den armenischstämmigen Publizisten Hrant Dink im Jahr 2007 in Istanbul beteiligt gewesen zu sein. Europäischer Ableger der BBP ist der Verband der türkischen Kulturvereine in Europa‘“(ATB), der in Hamburg derzeit keine „offizielle“ Ortsgruppe hat. (Siehe Beispiele vom ATB in Kassel

Eine weitere radikalislamische ADÜTDF-Abspaltung ist die „Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V.“ (ATIB) mit ca. 10.000 Mitgliedern. Sie ist beteiligt am Zentralrat der Muslime (ZMD), den die Bundesregierung als Partner schätzt und der von der Linkspartei gerne zum Parteitag geladen wird. (Damit islam-faschistische „Vereine“, selbst wenn sie von Staatsorganen beobachtet werden, trotzdem Partner des deutschen Staates werden können, müssen sie nur mit  Gleichgesinnten einen Dachverband „ohne Vergangenheit“  gründen und schon sind sie willkommene Gesprächspartner).

Ende August 2015  trafen sich anlässlich der bevorstehenden Wahlen in der Türkei (zu denen auf FSK die erwähnte „Wahlsendung“ mit der MHP kam)  Graue Wölfe von ADÜTDF sowie andere islam-faschistische Gruppen im Wikingerweg. Der Protest gegen diese Versammlungen von kurdischer Seite wurde auch in den Medien aufgegriffen. Darauf reagierte der rechte ELBE-EXPRESS mit einer Verteidigung der MHP und ihrer Vorfeldorganisationen. Die Fotos dazu (und wahrscheinlich den Artikel) lieferte der FSK-Moderator Atamtürk:

Einen Monat später, im Oktober 2015,  berichtet der ELBE-EXPRESS erneut ausführlich über eine Wahlveranstaltungen der Grauen Wölfe, bei der FSK-Moderator Riza Atamtürk erneut als Fotograf auftritt. Im Saal sitzt auch diesmal wieder die Grüne Nebahat Güclü (siehe unten: „Grüne und MHP“).
http://elbe-express.info/hamburg/hamburgdaki-kultur-ve-ulku-solenine-yogun-ilgi/

 

(5.3.)

DER FSK-GAST ŞAHIN ALMAOĞLU (GRAUE WÖLFE)

Im selben Monat wird im ELBE-EXPRESS Sahin Almaoglu vorgestellt, also genau jenes MHP-Wahlkommisionsmitglied, das von Atamtürk in die FSK-Räume eingeladen wurde!

Oben: Şahin Almaoğlu von der MHP, der in den FSK-Räumen war. http://elbe-express.info/wp-content/uploads/2015/10/secimhamburg19.jpg
Das rechte Foto zeigt ihn auf einer aggressiven Massenkundgebung im Juli 2016 in Istanbul. AKP & MHP sind  in dieser Nacht vereint. Das Selfie stammt von seinem Facebook-Account. Sein Kommentar lautet: „Wir laufen für unsere Märtyrer. Mit unserem Sprechchor: ‚Wir wollen keine Militär-Operationen, sondern Massaker“ laufen wir hinab nach Beşiktaş.“ (Beşiktaş, wo traditionell ein säkulares Publikum lebt und wo die AKP auch heute nur bei 15 Prozent liegt, gehört zu den Feindbildern der Faschisten).

Auch der in die FSK-Räume geladenen (damalige) Vorsitzende der „türkischen Föderation“ Haci Yusuf Aslan, hat seinen Platz im ELBE-EXPRESS:
http://elbe-express.info/siyaset/iste-mhpnin-adaylari/

Ebenso Celal Dağgez, der MHP-Abgeordnete aus Sivas/Türkei, der in der FSK-Sendung telefonisch zugeschaltet war: http://elbe-express.info/?s=Sivas+Celal+Dağgez siehe auch
http://www.hurriyet.com.tr/mhp-susehri-ilce-kongresi-37023470

VIDEO: Das Pogrom von Sivas 1993

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Der Kommentar der identitären Antirassisten dazu:

 

Günther Jacob, Werner Pomrehn, Olaf Berg, Medienpädagogik Zentrum Hamburg, Freies Sender Kombinat, Transmitter, „Christian Helge Peters“, Uni Hamburg, transcript, Souveränität in der Kontrollgesellschaft, Resonanzen und Dissonanzen, Graduiertenkolleg, csm_Peters_054585aea8, Radio Loretta: Eine Klarstellung, 

 

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