Die Rolle des FSK-Moderators in der „Türkischen Community“

(Th new Face of Anti-Racism. Die FSK-Sendung ANILAR FM, Teil 4)


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RIZA ATAMTÜRK und die „TÜRKISCHE COMMUNITY“

Auf türkischen Websites wird der FSK-Moderator Riza Atamtürk als „schillernde Persönlichkeit der Hamburger Medienszene“ bezeichnet, wobei das GÜNES-MAGAZIN und die FSK-Sendung „ANILAR FM“ im selben Atemzug als Beispiele für Atamtürks kommerziellen Erfolg genannt werden.

Dass „ANILAR 93 FM“ über FSK ausgestrahlt wird, spielt in diesen Darstellungen keine Rolle:  Als Sitz von „ANILAR FM“ wird auch auf diesen Websites nicht etwa FSK genannt, sondern „Anilarfm, Lübeck Straße 124, 22087 Hamburg“. Im „Impressum“ heißt es, „ANILAR FM“ werde von der „CSB-Gruppe , Lübeck Strasse 124, 22087 Hamburg“ verantwortet.

Es ist klar, dass ein sofortiger Rauswurf von ANILAR FM bei FSK das Firmennetzwerk von Riza Atamtürk zunächst empfindlich treffen würde. Entsprechend taktiert der Moderator, seit es einige wenige Stimmen gibt, die eine Absetzung seiner Sendung fordern. Bislang hat die AGA-MEDIA allerdings nichts zu fürchten. Das rechte Netzwerk wird von den Ethnopluralisten, die im FSK den Ton angeben, leidenschaftlich verteidigt – als authentische (und unpolitische) Stimme der „ethnischen Minderheit der Hamburger Türken“.

In  türkischsprachigen Medien wird der FSK-Moderator hingegen nicht nur als schillernde Persönlichkeit der Hamburger Medienszene, sondern vor allem als türkisch-patriotische „Unternehmerpersönlichkeit“ dargestellt. FSK ist aus dieser Perspektive Teil einer Medienbranche, in der Atamtürk erfolgreich reüsiert hat, aber dieser geschäftliche Erfolg wird als Beitrag zur Stärkung des Türkentum bewertet. Gerade als „Medien-Besitzer“ mit einiger Reichweite in der „türkischen Community“ und ganz besonders wegen seiner Radiosendung ist Atamtürk auch eine bekannte und wichtige politische Figur in Hamburg.

Türkisches Community-Radio“ wird von der türkischen Botschaft in Berlin gezielt unterstützt, wahrscheinlich auch finanziell. Die Botschaft verfolgt hier eine langfristige Strategie. Im Dezember 2014 traf sich der Botschaftssprecher Soğukoğlu nach einem Bericht des „Elbe Express (für den der FSK-Moderator in verschiedenen Funktionen tätig ist) in Hamburg mit türkischsprachigen Medien aus Norddeutschland. Soğukoğlu versprach dabei zentrale Unterstützung für lokale, „türkische Medien“.

„Der Geschäftsmann Riza Atamtürk  lebt seit 1980 in Hamburg. Er begann im Finanzsektor und war lange in der Versicherungsbranche tätig. Heute ist er in der  Medienbranche – MIT RADYO ANILAR FM UND DER FIRMA  AGA MEDIA“.
https://habercininyeri.wordpress.com/2013/04/14/

(Es gibt auch die Version: Kfz-Mechaniker, Restaurant-Besitzer, Renten-Versicherungsmakler, Gründer des Magazins AYNA, Verlagsbranche, Radyo Anilar FM, Kultur- und Event-Management,  Marketing Director …  http://www.avrupa-postasi.com/hamburg/bir-koltukta-4-karpuz-h13829.html ).

Wie oben schon angedeutet, geht aus der Übersetzung der ANILAR-Sendung vom Oktober 2015 hervor, dass Atamtürk auch geschäftlich mit dem MHP-Funktionär Sahip Kara zu tun hatte oder noch hat – möglicherweise hatten sie eine gemeinsame Firma, möglicherweise kam aus dieser Ecke (vom Hauptsitz in Ankara) das Startkapital.  Atamtürk sagt zu seinem MHP-Gast auf FSK:

„Willkommen Sahip Kara, mit dem ich auch persönlich befreundet bin.“ Kara antwortet: „(Ich bin) seit 1999 als Versicherungsmakler tätig, stamme aus Yozgat. Wir haben ja mit Herrn Riza Atamtürk zusammen 1999 angefangen zu arbeiten“. Darauf Atamtürk: „Danke, ja wir hatten gemeinsam angefangen, eine schöne Arbeit und weiterhin viel Erfolg. Ich bin ja auch aus Yozgat“.

Geschäft & rechte Politik gehen hier mit Hilfe der ethnopluralistischen Antirassisten Hand in Hand. Diese wissen seit 2006,  wovon ANILAR handelt. Sie geben dem „Eigentümer“ und „Unternehmer“ des „türkischen Community-Radios Anilar FM“ jede materielle und politische Rückendeckung. Atamtürk kann sich bei FSK beliebig ausbreiten. Radikalislamische und faschistische Personen und das Personal des Konsulates gehen in den FSK-Räumen ein und aus. Zahlreiche Fotos zeigen, wie Atamtürk nicht nur im Studio, sondern auch in anderen FSK-Räumen Gäste empfängt. Da um diese frühe Zeit nur selten andere Sendende anwesend sind, hat Atamtürk den Sender mit allen Nebenräumen tatsächlich meistens ganz für sich und nutzt das entsprechend:

 Für Facebook-Fotos von den Anilar-Sendungen wird häufig das FSK-Studio mit türkischen Fahnen dekoriert.
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Die Parteinahme im FSK für Anilar FM basiert darauf, dass man türkeistämmigen Migranten die Türkei als ihren “natürlichen Raum“ zuordnet. Aus dieser Perspektive ist  Hamburgs  „türkische Community“ Teil des „türkischen Volkes“. Daraus leitet sich ihr Recht auf eine eigene Identität mit eigenem „Community Radio“ ab. Bei FSK haben SIE – „die Türken“ – als nichtantagonistische Entität endlich zu Möglichkeit „für sich“ zu sprechen:

Diese ethnopluralistische und antiuniversalistische Community-Ideologie ist das  Kernstück des identitären FSK-Antirassismus. Er bedeutet eine Kampfansage an die Aufklärung, was u.a. zur aggressiven Ablehnung des Laizismus führt.

 

 

 

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